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Vom Schatten des Alkohols zu neuem Licht: Olis Weg

Oli hat seinen Kampf gegen die Alkoholsucht und den Krebs gewonnen und nutzt seine Erfahrungen, um anderen zu helfen. Seine Geschichte inspiriert und berührt.

Die ersten Sonnenstrahlen des Morgens dringen durch die Vorhänge, und ich sitze auf der Veranda, um einen weiteren Tag zu beginnen.

Kaffeetassen sind bereits in der Spülmaschine, und ich kann den scharfen Geruch von frisch gebrühtem Kaffee in der Luft wahrnehmen. In diesem Moment der Stille fühlt es sich fast normal an. Doch ich weiß, dass ich nur wenige Schritte von einem dunklen Kapitel meines Lebens entfernt bin.

Oli war einst ein Schatten seiner selbst, gefangen im Teufelskreis der Alkoholsucht. Die Flasche war sein ständiger Begleiter, und der Tag bestand oft nur aus dem Versuch, die nächste Dosis zu finden. In seinen Erzählungen über diese Zeit schwingt eine Mischung aus Traurigkeit und Ironie mit. „Ich stellte fest, dass ich nicht mal mehr einen guten Whisky genießen konnte. Es war nur noch ein Notbehelf, um die Realität zu ertragen“, sagt er, während er sich eine Zigarette anzündet.

Dann kam der Krebs. Ein weiteres ungebetener Gast in Olis Leben, der ihm die Illusion des Kontrollierbaren nahm. Die Diagnose war ein Schock: eine bittere Erinnerung daran, wie fragil das Leben ist. Aber es war auch der Wendepunkt. Der Wendepunkt, bei dem Oli beschloss, dem Schatten zu entfliehen und ins Licht zurückzukehren. „Ich habe nicht unbedingt den Kampf gegen den Krebs gewonnen, sondern vielmehr den gegen mich selbst“, erzählt er mit einem Lächeln, das Traurigkeit und Erleichterung zugleich ausdrückt.

Die Behandlung war lang und voller Schmerzen, doch Oli hatte einen Plan, den er sich vor der Krankheit entworfen hatte. Er war entschlossen, sein Leben zu ändern und fand Halt in einer Selbsthilfegruppe. Dort begegnete er Menschen, die ähnliche Kämpfe führten. Gemeinsam fanden sie Mut und Inspiration in ihren Geschichten. Oli spricht von der Kraft des Teilens: „Es ist nicht nur eine Gruppe; es ist eine Familie.“

Heute hat Oli sein Leben radikal umgekrempelt. Er engagiert sich in verschiedenen Projekten, die Menschen mit Suchtproblemen und Krebserkrankungen helfen. „Ich wollte nicht nur für mich kämpfen, sondern auch für andere, die vielleicht noch im Dunkeln sind“, sagt er mit einem nachdrücklichen Funkeln in den Augen. Sein Ziel ist es, Hoffnung zu schenken und die Scham zu vertreiben, die oft mit Sucht und Krankheit einhergeht.

Oli hat eine eigene Stiftung gegründet, die sich der Aufklärung widmet. Immer wieder besucht er Schulen und spricht mit Jugendlichen über die Gefahren des Alkoholmissbrauchs. Bei seinen Gesprächen merkt man, dass er nicht nur als Überlebender spricht, sondern als jemand, der die Verantwortung für seine Vergangenheit angenommen hat. Der trockene Humor, mit dem er seine Geschichten erzählt, hat oft eine befreiende Wirkung. „Manchmal denke ich, der Krebs war schlechter als die Sucht – aber das ist vielleicht nur der Schnaps, der in meiner Vergangenheit jammert“, lacht er.

Es sind die kleinen Schritte zurück ins Leben, die für Oli heute zählen. Aber die größte Herausforderung besteht nicht nur darin, die eigene Vergangenheit zu überwinden, sondern auch, anderen zu helfen, ihre Kämpfe zu führen. In diesem Sinn lebt er heute intensiver als je zuvor, mit dem festen Glauben, dass jeder Tag eine neue Chance bietet, das Licht zu finden.

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